Woran denken Sie, wenn Sie “Kaschmir” hören? Wahrscheinlich an Kaschmirdecken, Schals und Mäntel. Doch Kashmir, oder Cashmere – eingedeutscht “Kaschmir” – ist zunächst einmal eine Region im Himalaya-Gebirge, die durch den sogenannten Kaschmir-Konflikt international bekannt geworden ist.
Über Kaschmirwolle existieren viele Irrtümer. So wird sie beispielsweise nicht von Kamelen geschoren, sondern aus der Unterwolle der Kaschmirziege hergestellt. Nach dem für Naturprodukte üblichen Reinigungs- und Verlesungsprozess erhält man eine außergewöhnlich feine und weiche Wolle, die sehr warm hält und dazu nicht dick versponnen werden muss.
Kaschmir ist eine der teuersten Naturfasern überhaupt. Daher wird sie häufig mit anderen Naturfasern, beispielsweise normaler Schafwolle oder der weicheren Merinowolle gemischt und verarbeitet. Trotzdem können manche Händler der Versuchung nicht widerstehen, Produkte aus einer noch teureren und angeblich feineren Wolle anzubieten, der “Pashmina-Wolle”. Vor allem Schals werden unter diesem Namen verkauft. Sie sind jedoch aus Kaschmir hergestellt, weswegen der exorbitante Preis nicht gerechtfertigt ist.
Erzeugerländer für Kaschmir in großem Umfang sind die Mongolei, der Iran und China. Dort werden auch die typischen Kaschmirprodukte hergestellt, also Kaschmirdecken, Mützen und Schals. Häufig werden diese in traditioneller Weise in Naturtönen eingefärbt und mit dezenten ethnischen Mustern versehen. Wenn Sie exquisite Kaschmirdecken oder ein anderes Kaschmirprodukt erwerben möchten, müssen Sie jedoch nicht dort hinreisen. In Deutschland gibt es Händler, die sich auf den Import von Kaschmir spezialisiert haben.
